Der Hund - Möglichkeiten und Grenzen in der Beziehungsgestaltung

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Hundepsychologe zum Thema "das Leben mit Hund" bzw. den richtigen Umgangsregeln,Email-Kontakt mit einer Kundin, welche zeitweise mit Ihrem Husky,( 2 Jahre alt, männlich, nicht kastriert, vor etwa 6 Mon. unerzogen aus ungeeigneter Haltung übernommen), überfordert ist

Hallo Jürgen,
Wollte mich nochmal bei dir bedanken, irgendwie brauch ich deine Motivation von Zeit zu Zeit. Außerdem ist es total schön zu sehen wie du mit Duffy umgehst und wie er auf dich reagiert.
Eins noch: Diego ist genau der Hund, den ich gebraucht habe und wenn er 12 Jahre wäre, wäre er es auch gewesen!
 
Bin fleißig am an mir arbeiten und GB-Eintrag kommt, ich muss nur das wichtigste zusammenfassen, ansonsten bekommst du 3 Seiten
 
 Grüße zurück
Sandy mit Duffy
 
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Guten Morgen Sandy,
also das freut mich wirklich zu hören. Jetzt merk ich auch, dass es Dir anfängt Spaß zu machen mit Deinem Hund zu "arbeiten" und eine wirkliche Bindung einzugehen. Das heisst aber nun mal Führung übernehmen, mit jeder erdenklichen Selbstverständlichkeit und der zugehörigen Beiläufigkeit deiner Handlungen. Du bist da ein harter Brocken, hab ich das Gefühl, woran das liegen mag und welche Erlebnisse DICH geprägt haben, vermag ich weder zu erahnen noch zu bewerten. von dem abgesehen geht es mich auch nichts an;-) Auf jeden Fall braucht es einfach ein wenig länger, weil Du halt in Dir gefangen bist, Kein Weltuntergang! Wenn ich mir schon auf die Fahnen schreibe, dass meine Verhaltensberatung und mein Coaching flexibel und individuell sind, dann fungier ich Übergangsweise eben auch als Motivator. Andererseits bin ich eh immer Mehr oder Weniger der Motivator, wenn ich  genau drüber nachdenke. Wenn es Dir leichter fällt, wenn ich es Dir mit "Duffy" zeige und Du beobachten  kannst wie er auf einfache Kommandos wie "Zungenschnalzen"reagiert , oder wie bereitwillig und schnell er ruhig und gehorsam wird durch ein wenig Motivation mit Spiel, Spaß, Bewegung und Aktion, oder mal ein Leckerli, dann ist das eben so. Wenn Du vorbestimmte Rollenverteilung zulässt; Nämlich Du als Rudelführer, mit allen Pflichten und Rechten und der damit einhergehenden Verantwortung, und auf der anderen Seite "Duffy", Dein Partner, verlässlich und aufmerksam an Deiner Seite, Dir freiwillig folgend; dann wirst Du es automatisch lieber selber machen wollen.  Erfüllst DU DEINE Rolle, erfüllt DUFFY SEINE!! Das ist das was ich Dir als Endziel in Aussicht stelle. Ob und Wann Du das erreichst liegt zum Großteil an Dir. Aber ebenso wie manche Hunde einfach aufgrund  ihrer Persönlichkeit es nicht schaffen dieses Vertrauen aufzubauen UND zuzulassen, so schaffen es eben auch manche Menschen nicht Diese bedingungslose Liebe eines HUndes auszuhalten. man schützt sich und seine Gefühle durch eine  emotionale Sicherheitsdistanz. Leider sind es mehr Menschen als Hunde, die den "Rückzieher" machen. Ich sage das aber völlig wertfrei, denn ich bin der tiefen Überzeugung, dass jeder nur so kann, wie er eben kann! Natürlich kann man seine Gefühlswelt auch aktiv verändern, aber eben nur bis zu einem gewissen Grad. Und wie beim Hund der die Prägephase von der etwa 8.-20. Lebenswoche durchlebt, so kann ein Mensch aufgrund seiner Gehirnleistung dauerhaft Ereignisse und damit verbundene Gefühle "prägend" verknüpfen. Auch aus diesem Grund lebt ein Hund im HIER und JETZT und wir eben nicht. Wir sehen in die Vergangenheit, können zwar verdrängen, jedoch nur ganz schwer umlernen und wir können in die Zukunft sehen, Dinge vorrausschauend betrachten und abschätzen.
Wie ich schon sagte, noch empfindest Du das alles sehr anstrengend und "lästig", ist immer so , wenn es um einen selbst geht. Jeden Tag an dem Du Dich weiter auf Deinen Hund und die Rollen einlässt und akzeptierst, dass diese Rollen eben auch genau so verteilt sein MÜSSEN, damit alle glücklich und möglichst stressfrei leben können, desto schneller wird das Gefühl der Anstrengung und Last weichen und  Vertrauen und Selbstverständlichkeit werden zurück bleiben .... Eine solche Beziehung bekommt man jedoch nicht geschenkt, es ist Arbeit und erfordert einen dauerhaften Umgang mit Verstand, Respekt, Ruhe und Konsequenz.
"Verstand" meint hierbei Wissen um eine verständliche Kommunikation, Respekt vor dem Wesen des Hundes und Respekt des Hundes uns gegenüber, Ruhe meint ruhig bleiben, die eigenen Emotionen und STresssymptome zu kontrollieren, vor allem wenn mit dem Hund geübt wird,Hunde sind niemals nachtragend, sie disziplinieren sich, sind aber sofort wieder offen im Kontakt. Deshalb ist es auch lächerlich anzunehmen, dass man seinen Hund straft indem man zu ihm sagt "Böser Hund, dafür dass Du mir die Wurst vom Frühstückstisch geklaut hast, bekommst Du heute abend nichts zu fressen", Konsequenz beudeutet das eine Hundeerziehung ohne Konsequenz für den Hund einer Schikane gleicht und in seinen Augen nicht vertrauenswürdig scheint . Es zwingt ihn selbst Entscheidungen zu treffen, diese sind leider meist nicht in unserem Sinne. Den Hund einmal ins Bett zu lassen und einmal nicht ist für einen Hund einfach nur verwirrend und wirkt wie "Der weiss nicht was er will" und spiegelt wenig Kontrolle. Ich halte nichts davon, einem Hund "Dominanz" zu unterstellen, alleine aufgrund der Tatsache dass er im Bett schläft oder sich auf dem Sofa breit macht. SOlange er den Menschen auch auf das Sofa und ins Bett lässt, kann das jeder selbst entscheiden. Jeder wie er mag!Aber das ist noch kein Problemverhalten!
 
Viel Spaß und schöne Grüße
bis zum nächsten mal
-Socialdog- Tierheilpraxis  Jürgen Seidel
Klassische Homöopathie & Hundetraining - Ravensburg
Tel: 0751/1807890
info@socialdog.de
www.socialdog.de
 
 
 

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