Die Private Krankenversicherung für Beamte

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Beamte und Beamtenanwärter können sich privat zu versichern, sollten jedoch bestimmte Besonderheiten beachten. In diesem Beitrag werden wesentliche Merkmale der privaten Krankenversicherung erläutert und spezielle Möglichkeiten zur Versicherung von Beamten dargestellt.

 

Anspruchsvoraussetzungen

Grundsätzlich sind nur diejenigen Personen berechtigt, sich in der privaten Krankenversicherung (PKV) zu versichern, die nicht nach den Vorschriften des Sozialgesetzbuches pflichtversichert sind. Dazu gehören unter anderem Selbstständige, Freiberufler, wohlhabende Angestellte und eben Beamte. Gemäß § 5 des fünften Sozialgesetzbuches haben Beamte somit die Wahl, sich gesetzlich zu versichern oder eine private Krankenvollversicherung abzuschließen. Im Unterschied zur gesetzlichen Versicherung wird bei einer möglichen Absicherung in der PKV jedoch das individuelle Risiko berücksichtigt. In Abhängigkeit des Gesundheitszustandes und des Eintrittsalters entscheidet die Versicherung, ob sie den Beamten aufnimmt oder ihn ablehnt. In der Regel kann ein Beamter jedoch davon ausgehen, dass er von der PKV aufgenommen wird. Eventuelle risikobehaftete Krankheiten führen oft nicht zum Ausschluss aus einer Versicherung, sondern lediglich zur Zahlung eines zusätzlichen Risikozuschlages auf den gewöhnlichen Beitragssatz.

Tarifoptionen

In der PKV gibt es in der Regel einen Basistarif und einen Quotentarif für Beamte. Im Basistarif versichert die Versicherungsgesellschaft den Beamten nach den Vorgaben bzw. den Höchstbeiträgen aus der gesetzlichen Krankenversicherung. Insofern stellt der Basistarif einer PKV eine von der Leistung mit der gesetzlichen Pflichtversicherung vergleichbare Krankenversicherung dar. Neben dem Basistarif mit dem Leistungsniveau der gesetzlichen Pflichtversicherung kann ein Beamter in der Regel auf einen Quotentarif zurückgreifen. Hier erhält der Beamte eine Versicherungsleistung, welche die von dem Dienstherren des Beamten gewährte Beihilfe ergänzt. Der Quotentarif ist dabei so entwickelt, dass er die Krankheitskosten des Beamten gemeinsam mit der Behilfeleistung des Dienstherren zu einhundert Prozent deckt. Das Leistungsniveau des Quotentarifes hängt grundsätzlich von dem gewählten Versicherungsvertrag ab. Häufig werden hier Tarife gewählt, welche in ausgewählten Bereichen einen höheren Leistungsumfang haben als die gesetzliche Krankenversicherung.

Tarifberechnung und Beitragshöhe

In der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Beitrag nach der Höhe des Einkommens von Arbeitnehmern. In der PKV werden Versicherungsbeiträge demgegenüber individuell berechnet. Dabei ist das Äquivalenzprinzip maßgeblich. Wer als Versicherter ein höheres Risiko trägt, der wird wie oben erläutert mit einer Zusatzleistung rechnen müssen. Darüber hinaus richtet sich die von einer Versicherung durch Beiträge erhobene Summe vorrangig nach den entstandenen Krankheitskosten. Sinken in einem Versicherungsjahr die Krankheitsaufwendungen, so kann dies also zu einer Beitragsermäßigung bei den Versicherten führen. Möchte ein Beamter seinen persönlichen Beitrag berechnen (lassen), so sollte dieser Informationen über sein Berufsrisiko, seinen Gesundheitszustand und sein gewünschtes Versicherungsniveau kennen. In dem Beitrag der PKV sind auch Anteile für die Bildung einer Alterungsrückstellung enthalten. Diese werden zur Minderung höherer Beiträge im Alter erhoben. Insofern hat neben den oben dargestellten Einflussgrößen auch das Eintrittsalter in die PKV eine Bedeutung bei der Abschätzung des Versicherungsbeitrages. Ist ein Versicherungsnehmer bereits älter, so sind seine Alterungsrückstellungen naturgemäß höher, da dieser in einer kürzeren Zeit dieselben Rückstellungen aufbauen muss wie ein junger Versicherter.

Rückerstattungen

Beamte, die in der PKV versichert sind, können von der sogenannten Beitragsrückerstattung profitieren. Damit ist eine teilweise Erstattung der gezahlten Versicherungsbeiträge gemeint. Sie wird einem Beamten dann gewährt, wenn dieser in einem Versicherungsjahr keine Krankheitskosten geltend gemacht hat. In der Praxis gibt es verschiedene Modelle zur Ausgestaltung der Beitragsrückerstattung. Gemäß der Intention des Äquivalenzprinzips profitieren auch hier gesunde Versicherte von einer günstigen Beitragssituation.

Wechsel in die PKV

Arbeitnehmer, welche zukünftig den Beamtenstatus erhalten, können nicht in allen Fällen sofort in die die PKV wechseln. Häufig endet das alte Arbeitsverhältnis, in dem der Arbeitnehmer gesetzlich pflichtversichert ist, bereits deutlich vor der Verbeamtung. In diesem Fall besteht die Möglichkeit zur Wahl der Versicherungsart erst ab dem Tag, an dem der Versicherte eine Urkunde (zur Verbeamtung) erhält. In dem Zwischenzeitraum, in dem der ehemalige Angestellte weder Beamter noch Angestellter ist, erfüllt dieser nicht die Voraussetzungen der maßgeblichen Regelung aus dem Sozialgesetzbuch und darf sich somit auch nicht privat versichern lassen. Insofern ist hier stets genau zu prüfen, welche Voraussetzung zu welchem Zeitpunkt vorliegt. Da Krankheitskosten schnell drei- oder vierstellige Beträge ausmachen können, sollten Versicherte bei einem Wechsel der Versicherungsart für einen lückenlosen Übergang sorgen. Auch wenn dies theoretisch immer gewährleistet sein muss, so kann es in besonderen Konstellationen zu Schwierigkeiten kommen. 
Mehr Informationen zur privaten Krankenversicherung für verschiedene Zielgruppen sowie kostenlose Versicherungsvergleiche finden Sie unter: http://www.pkv-private-krankenversicherung.com/

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