Die Story eines einfachen Bleistifts

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Ein Bleistift erzählt etwas über sich und seine Artgenossen.

Ich möchte Ihnen meine Geschichte erzählen. Es ist die Story eines kleinen Bleistifts, der im undurchdringlichen Dschungel des südamerikanischen Regenwaldes geboren ist. Vielleicht bin ich aber auch ein Abfallprodukt der Holzindustrie der Eiffel. Wer weiß das schon so genau heutzutage. Meine Familie kann auf eine spannende, bewegende Historie zurückschauen. Schon vor 5.000 Jahren lebten meine ersten Vorfahren, als im alten Ägypten mit Blei ausgegossene Bambus- oder Papyrusrohre zum Schreiben genutzt worden sind. Hier zu Lande hießen meine Vorfahren erst Wasserblei, Schreibblei oder Reißblei. Ich trage meinen Namen zwar mit Stolz, aber nicht zu Recht, denn meine Mine wird bereits seit dem neunzehnten Jahrhundert aus einem Graphit-Ton-Gemisch gefertigt. 
 
Viele Größen der Literaturgeschichte nutzten unsere Inspirationsgabe für ihre Dichtung.  Schon J.W. von Goethe outet sich als unser größter Fan und griff in seinen Worten: "weit lieber zum Bleistift, der williger seine Züge hergab, da das Schnarren und Spritzen der Feder mich aus meinem nachtwandlerischen Dichten und Denken aufschreckte und ein kleines Produkt in der Geburt erstickte." Otto von Bismarck, erster deutscher Reichskanzler, kaute gerne an uns herum, um sich besser auf weltpolitische Entscheidungen konzentrieren zu können und mißbrauchte uns auch gelegentlich zum Pfeifenstopfen.
 
 
Meine Jugend war einfach, da man mich oft wegen "Schwarzmalerei" gehänselt hat. Ich bin kein Koh-i-Noor Hardtmuth oder Fabriano und  nicht wie die anderen Stifte gelb, rot, blau oder grün. Ich bin leider nicht aus dem edlen, langsam wachsenden und deshalb äußerst teuren Zedernholz des Wacholders aus Virginia. Etliche meiner Artgenossen bestehen aus Ahorn oder Lindenholz. Ich bin aus dem Holz der Pinie gefertigt. Manche tragen Mäntel aus Plastik oder Metall und nennen sich Druckbleistift oder Fallminenstift.  Nichts desto trotz bleibt aber auch der mit Gold und drei Brillianten besetzte Verwandte von Faber-Castell trotz einem Wert von über zehntausend Euro nur ein Zeichengerät. Jährlich werden allein bei Faber-Castell fast zwei Mrd. Bleistifte produziert.   
 
Minderwertigkitskomplexe plagen mich also nicht. Ein bleistiftlanges, interessantes Leben steht mir bevor. Ein Stift in der sanften Hand eines Kindes ist weniger ein Werkzeug, als viel mehr ein Spielzeug auf dessen phantastischer Spielwiese. Ich könnte auf diese Weise die ersten, kindlichen Gedanken festhalten und so einen Teil zu unbezahlbaren Kindheitserinnerungen beitragen. Als Werkzeug eines grafischen Zeichners wäre ich für äußerst präzise Zeichnungen zuständig. Ein Baumeister könnte mit meiner Hilfe unglaubliche Bauwerke für die Menschen schaffen.  
Mein größter Traum bleibt aber weiterhin, Künstler zu werden. Was gibt es Schöneres als die wertvollen aber schnellebigen Momente des Lebens, das Abbild eines geliebten Menschen in all seinen Facetten oder liebgewordene Andenken an einen unvergessenen Begleiter auf dem Zeichenpapier zu verewigen? Mit meiner sehr feinen Strichführung kann ich Effekte und Abstufungen erzeugen, die meine Kollegen aus dem Gebiet der Pastellkreide und Zeichenkohle nicht hinkriegen. Geführt von der Hand eines leidenschaftlichen Künstlers  mit einer großen Detailliebe wäre eine Bleistiftzeichnung von mir eine besonders persönliche Geschenkidee für jeglichen Anlass.
 

Pressekontakt: 

Zeichenfuchs
Philipp-Martin Wegner
Frankfurter Str. 702
51107 Köln
 
Homepage: http://www.kunst-verschenken.de
E-Mail: kontakt@kunst-verschenken.de

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