Gedächtnistraining für Schüler und Studenten

Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
Vokabeln pauken, für eine Prüfung lernen, Formeln verinnerlichen und sich Gleichungen merken - das Gedächtnis wird während der schulischen Ausbildung strapaziert. Es ist faszinierend, was man sich alles merken kann und wie leicht das fällt. Allerdings kommt man mit dem...

Vokabeln pauken, für eine Prüfung lernen, Formeln verinnerlichen und sich Gleichungen merken - das Gedächtnis wird während der schulischen Ausbildung strapaziert. Es ist faszinierend, was man sich alles merken kann und wie leicht das fällt. Allerdings kommt man mit dem althergebrachten stupiden Pauken oft nicht weiter, andere Methoden des Gedächtnistrainings sind effizienter.

Training?

Ja, Training. Denn wie Muskulatur muss auch das Gedächtnis gefordert und trainiert werden, um gesund zu bleiben, bestmögliche Leistung zu bringen und unter Umständen sogar zu wachsen. Ein gutes Gedächtnis ist in den seltensten Fällen angeboren. Wer meint, sich Dinge schlecht merken zu können, hat es meist einfach noch nicht mit der richtigen Methode versucht. Das klingt arg nach strengen Regeln und festen Plänen, wenn von "Methoden" die Rede ist (eine Modeerscheinung - es gibt derzeit für alles eine "Methode"), aber im Endeffekt ist das alles halb so schlimm. Der Kern- und Knackpunkt ist: Lernen muss Spaß machen. Es ist einfach so, dass Dinge, die Spaß machen, gelingen, während langweilige oder unliebsame Tätigkeiten schiefgehen. Ein natürlicher Vorgang, der viel mit der biologischen Funktionsweise von Nerven und Gehirn zu tun hat.

Oma war schlau

... denn sie riet bei schwierigem Lernstoff dazu, Eselsbrücken zu bauen und Verbindungen zu suchen. Wo liegt Opas Brille? Auf dem Fernseher, denn zum Fernsehen braucht er sie. Das ist eine Eselsbrücke, die dem Opa half, sein Nasenfahrrad zu finden (denn einfach suchen bringt ohne Brille nichts). Die Eselsbrücke scheint eine einfache Spielerei und wurde von Lehrkräften viele Jahre lang als Lernmethode nicht ernst genommen. Ein Fehler, denn gerade diese unter Umständen recht witzigen Spielereien sind es, die das Gedächtnis tatsächlich trainieren. Und der Grund dafür ist einfach: Wenn man sich für eine mathematische Formel, eine chemische Verbindung oder einfach nur eine schwierige Vokabel eine Eselsbrücke ausdenkt, die man sich tatsächlich merken kann und die obendrein auch noch Sinn macht, dann hat der damit verbundene kreative Prozess bereits bewirkt, dass das Gedächtnis die Formel, die Verbindung oder die Vokabel behält. Denn das Problem (das, was man sich nicht merken konnte) ist so lange durch die verschiedenen Areale des Gehirns gewandert und wurde von allen Seiten betrachtet und verarbeitet, so dass es den Weg hinaus nicht mehr findet. Sozusagen.

Merken lernen

Man kann also tatsächlich lernen, sich Dinge zu merken. Wichtig sind nicht schlaue Grundsätze, lange Sitzungen mit dem Nachhilfelehrer/der Nachhilfelehrerin und möglichst viel teures Schreibmaterial mit Spezialfunktionen. Wichtig ist, dass man kreativ wird. Das Konzept funktioniert bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern. Zusammenhänge lassen sich in kleine Geschichten oder Reiserouten verpacken, Eselsbrücken bauen auf Logik, Bilder und Gerüche sprechen verschiedene Sinne an und vernetzen den Lernstoff im Gehirn. Vielleicht sollte man die neue Telefonnummer des Liebsten nicht im Handy speichern, sondern ein Sudoku-Kästchen daraus konstruieren. Zum besseren Merken.
 

Share this