Kinder stärken - Resilienz und die Kunst des zauberhaften Fragens

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Was ist Resilienz? Was zeichnet resiliente Kinder aus? Wie kann ich Kinder stärken und ihre Resilienzfähigkeit fördern? Mit der Kunst des zauberhaften Fragens, sich also gute anstatt "schlechte" Fragen zu stellen, kann die Fähigkeit der Resilienz bei Kindern entwickelt und gestärkt werden.

Kinder stärken - Resilienz und die Kunst des zauberhaften Fragens
Der Begriff der Resilienz ist in den vergangenen Jahren verstärkt in den Blick gerückt. Ursprünglich bedeutet der Begriff Resilienz, dass ein Material so elastisch und flexibel ist, dass es trotz massiver äußerer Einwirkungen sich, wenn die Einwirkungen beendet sind, wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen kann.
Resilienz bei Kindern wird beschrieben, als die Fähgikeit, sich trotz belastender Lebensumstände zu einem kompetenten Erwachsenen zu entwickeln und das eigene Leben in positiver Weise zu gestalten. Nicht immer wachsen Kinder in eiem förderlichen Umfeld auf und trotz offensichtlicher Defizite gelingt es einem nicht unerheblichen Teil von ihnen, sich ein gutes Leben aufzubauen. Es scheint, als seien einige Kinder mit dieser gesunden Widerstandskraft ausgestattet.
 
Was zeichnet resiliente Kinder aus?
Sie zeichnen sich aus

  1. durch die Fähigkeit, Probleme aktiv anzugehen.
  2. Wenn sie etwas tun, rechnen sie mit dem Erfolg iher Handlungen.
  3. Sie vertrauen darauf, äußere Umstände in gewissem Maße selbst beeinflussen zu können, erkennen aber auch, wenn etwas außerhalb ihrer Möglichkeiten liegt.
  4. Resiliente Kinder nutzen ihre Ressourcen und
  5. verfügen über aktive Stressbewältigungsstrategien.

Studien belegen, dass Resilienz keine angeborene Fähigkeit ist, sondern etwas, was erlernbar ist.
Wie kann es also gelingen, Kinder zu stärken und ihre Resilienzfähigkeit zu fördern?
 
Die Kunst des zauberhaften Fragens
Mit der Kunst, sich selbst gute Fragen zu stellen, wie es in dem Buch "Mareikes Schatzkiste - Die Kunst des zauberhaftne Fragens" (ISBN 978-3-86858-996-2) in einer berührenden Geschichte für Kinder gut verständlich erklärt wird, können junge wie erwachsene Leserinnen und Leser ihre Reslienzfähigkeit stärken.
In der Geschichte sitzt Mareike vor ihren Hausaufgaben, an denen sie gerade verzweifelt. Vor lauter Wut feuert sie ihr Heft vom Schreibtisch und ruft: "Warum bin ich nur so schrecklich dumm?" Keine besonders förderliche Frage, wie sie wenig später herausfindet. Diese schlechte Frage bringt sie nicht weiter und zudem fühlt sie sich auch noch elend. Aber zum Glück erhält sie ungewöhnliche Unterstützung.
Die Kunst, sich selbst gute Fragen zu stellen, bedeutet eine enorme Ressource, für Kinderr wie für Erwachsene. Folgende Merkmale helfen, gute und schlechte Fragen voneinenander zu unterscheiden:

  1. Gute Fragen zeichnen sich dadurch aus, dass sie lösungsorientiert sind.
    Schlechte Fragen sind darauf ausgerichtet, Beweise für die eigene Unzulänglichkeit zu finden.
  2. Gute Fragen sind aktiv und aktivieren die eigenen Kreativität, helfen, eine andere Perspektive einzunehmen.
    Schlechte Fragen fördern Passivität und schränken die Perspektive ein.
  3. Auf gute Fragen gibt es gute Antworten, dei ein gutes Gefühl vermitteln.
    Schlechte Fragen provozieren schlechte Antworten, die negative Gefühle nach sich ziehen.
  4. Mit guten Fragen nehme ich mich selbst als wert-voll an und kann die "Schatzkiste" füllen, d.h. das eigene Selbst-Wert-Gefühl steigern.
    Schlechte Fragen unterwandern das Selbstwertgefühl, weil sie Beweise dafür sammeln, was an mir nicht stimmt.

Kehren wir nocheinmal zu Mareike aus dem Buch zurück. Sie kommt mit den Hausaufgaben nicht weiter und ist deshalb ziemlich frustriert. Da hat sie das Glück, ein Zauberglöckchen geschenkt zu bekommen, was ihr hilft, die guten von den schlechten Fragen zu unterscheiden. Für ihr Hausaufgabenproblem findet sie schließlich auch eine (eigentlich sind es schon zwei) gute Fragen: "Was kann ich tun, damit es mit den Hausaufgaben besser klappt und ich mich dabei wohl fühle?" Auf diese Frage(n) findet sie auch gute Antworten. Für das allgemeine Wohlergehen kann sie ein Glas Apfelschorle trinken und zur Unterstützung bei den Hausaufgaben bittet sie ihre Mutter um Hilfe.
Mit "Der Kunst des zauberhaften Fragens" erhalten Kinder ein wichtiges Werkzeug für eine positive Lebensgestaltung in die Hand, welches sie selbständig anwenden können.
Im Sinne der Resilienzförderung erfahren sie dadurch,

  1. dass sie Probleme selbst aktiv angehen können,
  2. dass sie kreativ sind und bereits über eine Vielzahl von Ressourcen verfügen,
  3. dass sie Einfluss auf ihre eigene Gefühlslage nehmen können und dies unterstützt sie darin,
  4. sich grundsätzlich selbst als erfolgreich handelnd und gestaltend zu erfahren, die sogenannte Selbstwirksamkeit.

Dies alles sind Punkte, die die Entwicklung einer resilienten Persönlichkeit fördern. Mit jeder guten Frage wird die eigene, individuelle Schatzkiste reich gefüllt, was bedeutet, dass das Gefühl für den eigenen Selbst-Wert steigt.
Insofern leistet die "Kunst des zauberhaften Fragens" einen guten Beitrag im Gesamtspektrum dessen, was Kinder stärkt und bestärkt.
 
11.Februar 2014, Heike Klinkhammer, Dipl. Sozialpädagogin
 
Infos zu "Mareikes Schatzkiste", zu Lesungen und Workshops unter www.heikeklinkhammer.de
 
Weiterführende Literatur:
R. Brooks, S. Goldstein: "Das Resilienz-Buch - Wie Eltern ihre Kinder fürs Leben stärken"

Pressekontakt: 

Heike Klinkhammer
Dipl. Sozialpädagogin
info@heikeklinkhammer.de
www.heikeklinkhammer.de

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